Von:
Petra Heilig

e-wasser.de

Wasser: Lebenselixier und weltweite Herausforderung „Kommt und erkennt mit uns die Weisheit Gottes in den wunderbaren Werken seiner Schöpfung. Als Gott die Himmel bereitete und die Grundfesten der Erde legte, war die Weisheit schon da. Als Gott dem Meer seine Grenzen setzte und die Berge formte und die Hügel entstehen ließ, war die Weisheit schon da.“ (nach Spr 8,22ff) Ein schönes Bild: Gottes Weisheit schwebt über den vielen Wassern. Und dennoch fordert Wasser uns immer wieder heraus und das nicht nur dort, wo extreme Wasserknappheit alles Leben bedroht. In vielen Ländern ist die Frage der Wasserversorgung eine Herausforderung. Das erfahren wir auch in Begegnungen mit Frauen, die rund um den Globus in der Weltgebetstagsarbeit engagiert sind. Vor allem als Schreiberinnen einer Gottesdienstordnung zum jährlichen Weltgebetstag am 1. Freitag im März können die Frauen aus dem jeweiligen Schwerpunktland benennen, was Wasser für sie bedeutet: gefährdetes Gut (Papua-WGT Neuguinea 2009), umstrittene Ressource (Ägypten 2014) oder Segen und Gefahr zugleich (Vanuatu 2021) … Und wer religiös unterwegs ist, weiß darum, dass unser lebenswichtiges Wasser ebenfalls in Liturgie und Spiritualität unverzichtbar ist, wenn wir auch hier nicht austrocknen wollen.

Wasser steht für Potential, für Neubeginn, für Kraft und Sanftheit, für Bewegung und Ruhe. In der Weltgebetstagsbewegung wird diese Dimension des Wassers immer auch verbunden mit dem gesellschaftspolitischen Blick auf unsere Handlungsmöglichkeiten zum gerechten und nachhaltigen Umgang mit dieser Gottesgabe. Die Weltgetstagsbewegung in Deutschland kann sich dabei über die weltweite Projektarbeit des Deutschen Weltgebetstagskomitees e.V. gerade auch mit Projektpartner-Organisationen verbinden, die zu diesen Anliegen arbeiten, denn in der entwicklungspolitischen Diskussion ist unumstritten, dass vor allem Mädchen und Frauen darunter leiden, wenn der Zugang zu sauberem Wasser fehlt. Tägliches Wasserholen verhindert den Schulbesuch, verursacht gesundheitliche Schäden, setzt Frauen und Mädchen vermehrt Belästigungen und Übergriffen aus. Entsprechend wichtig ist es, bei Wasserprojekten Frauen von Anfang an in die Planung einzubeziehen, um z.B. Unterhalt, Wartung und Nutzbarkeit optimal zu gewährleisten. Dazu kann auch gehören, dass Frauen die Möglichkeit bekommen, sich über eine entsprechende technische oder/und handwerkliche Ausbildung Fähigkeiten zu erwerben, mit denen sie Brunnenanlagen, Anlagen zur Wasserver- und -entsorgung selbständig warten und reparieren können.

So ist es ein wichtiges Anliegen der Projektarbeit des Weltgebetstags, Frauen durch gezielte Förderung in ihren Bemühungen für den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu unterstützen. Nach dem Weltgebetstagsmotto „Informiert beten – betend handeln“ wird so solidarisches Handeln in der einen Welt möglich. Gemeinsam stellen sich Frauen aus der ganzen Welt der Herausforderung des Lebenselixiers Wasser.